Die Geschmeidigen

Meine Generation und der neue Ernst des Lebens

Sachbuch

Nora Bossong wirft einen genauen Blick auf ihre Altersgenoss:innen - diejenigen, die in unserem Land dabei sind, in einer ausgeprägten Krisenperiode das Ruder zu übernehmen. Denn nach dem Fall der Mauer und dem Ende des Kalten Krieges dachten viele Menschen in Deutschland, die großen existenziellen Fragen seien entschieden und es ginge nur noch um den Feinschliff des guten Lebens. Durch 9/11 erlitt die in den 90ern kultivierte Partylaune ihren ersten Dämpfer, spätestens ab 2008 dann stapelten sich die globalen Probleme: Finanzkrise, Ungleichheit, Fluchtbewegungen, Demokratiefeindlichkeit, Klimawandel …Wie schlagen sich die heute um die 40-Jährigen mit diesen unerwartet massiven, bislang ungelösten Herausforderungen? Können sie ihrer Verantwortung gerecht werden? Oder sind sie nur zur Schadensbegrenzung in der Lage, sodass wir eher auf die nachfolgende Generationen, darunter jene um Greta Thunberg, hoffen müssen? Bossong diskutiert auch Ideen für eine demokratische Zukunft, in der möglichst viele für das Ideal des gemeinschaftlichen Handelns begeistert werden. Denn darauf kommt es mehr denn je an.


Moderation: Dr. Pia Reinacher & Dr. Wolfgang Herles

14. November 2022

Nora Bossong

Nora Bossong, 1982 in Bremen geboren, begann schon als Kind zu schreiben. 2001-2005 studierte sie am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. 2005 begann sie ausserdem ein Studium der Philosophie und Komparatistik in Berlin, Potsdam, Leipzig und Rom, das sie mit einer Magisterarbeit zur Inszenierung des Bösen bei Regisseur David K. Lynch abschloss . Bossong veröffentlichte ab 2001 in verschiedenen Literaturzeitschriften und Anthologien. Neben Romanen und Gedichten verfasste sie auf Essays und Reportagen, u. a. für "DIE ZEIT", "die tageszeitung", und "Die Frankfurter Allgemeine Zeitung". Der Roman "Gesellschaft mit beschränkter Haftung" (2012), erzählt vom Aufstieg und Fall eines Familienunternehmens und einem Vater-Tochter Konflikt. Die Geschichte des marxistischen Philosophen und Chefideologen der kommunistischen Partei erzählte Bosson in ihrem nächsten Roman "36,9" Grad (2015). Im jüngsten Roman "Die Geschmeidigen" (2022) analysiert sie ihre Zeitgenossen zwischen Selbstverwirklichung und Verantwortung. Nora Bossong wurde unter anderem mit dem Peter-Huchel-Preis, dem Kunstpreis Berlin, dem Roswitha-Preis und dem Thomas-Mann-Preis ausgezeichnet.  

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