Krass

Roman

Ralph Krass – so heißt ein verschwenderisch großzügiger Geschäftsmann, der Menschen mit kannibalischem Appetit verbraucht. Ist er unendlich reich oder nur ein Hochstapler, kalt berechnend, oder träumt er hemmungslos? Er will sich seine Gesellschaft kaufen, immer nur selbst der Schenkende sein. Als in Neapel Lidewine in seinen Kreis tritt – eben noch die Assistentin eines Zauberers, eine junge Abenteurerin –, bietet er ihr einen ungewöhnlichen Pakt an. Beobachtet wird das Ganze von seinem Sekretär, dem Pechvogel Dr. Jüngel, mit einem Blick voll Neid und Eifersucht. Aber erst nachdem die Gesellschaft von Herrn Krass durch einen Eklat auseinandergeflogen ist, gelingt es ihm, an seinem Zufluchtsort in der französischen Provinz, die Mosaiksteine des Geschehenen zu einem Bild zu ordnen – während Menschen wie der stumme Kuhhirte Toussaint, der Schuster Desfosses und Madame Lemoine mit ihren Wellensittichen ihm eine Ahnung davon vermitteln, wie alles mit allem rätselhaft zusammenhängt.

«Krass», dieser atmosphärische, bildstarke Roman über das, was das Verstreichen von Zeit mit Menschen tut, ist zugleich Liebesroman und Mephisto-Geschichte – manchmal aufgehellt durch leisen Humor, aber vor allem dunkel und in dieser Dunkelheit ergreifend schön. Eine große Erzählung, die den Bogen von Neapel über Frankreich bis nach Kairo schlägt, und eines der fesselndsten, ja überraschendsten Bücher, die Martin Mosebach bisher geschrieben hat.

Martin Mosebach: Krass: Rowohlt 2021


21. Juni 2021

Martin Mosebach

Geboren 1951 in Frankfurt am Main als Sohn einer katholischen Mutter und eines evangelischen Mediziners. Erzähler, Romancier und Essayist. Zu seiner Heimatstadt verbindet ihn eine Hassliebe, die sich literarisch als geistreiche, bitterböse und höchst amüsante Satire der „ersten Kreise“ dieser Stadt äussert, z.B. im Roman „Was davor geschah“ (2010). Martin Mosebach erhielt neben vielen wichtigen Preisen den renommierten Georg-Büchner-Preis (2007). Die FAZ bezeichnete ihn „als glanzvollen Preisträger, als Grandseigneur in der Apfelweinkneipe, als orthodoxen Katholiken und unorthodoxen Kenner der Künste, als konservativen Anarchisten und hemmungslosen Bewahrer von Stil und Form“.

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