18. Juni 2018

Peter Stamm

Geboren 1963 im schweizerischen Münsterlingen als Sohn eines Buchhalters. Schreibt Prosa, Hörspiele, Theaterstücke und Reportagen. Er arbeitete zuerst als Buchhalter, holte die Matura nach und studierte an der Universität Zürich Anglistik. Nach einem halbjährigen Aufenthalt in N.Y. wechselte er das Fach und belegte Psychologie und Psychopathologie. 1990 brach er sein Studium ab und widmete sich fortan ganz dem Schreiben.

 

Mit seinem Debüt „Agnes“ (1998) entpuppte sich Peter Stamm als Shooting Star der deutschsprachigen Literaturszene. Raffiniert inszenierte er sein Lieblingsthema: die unerklärliche Liebe zwischen zwei Unbekannten. Die FAZ nannte seinen Erstling „eine verstörende Parabel über die Macht der Literatur“. Mit „Vertreibung aus dem Paradies“ (2014) legte er seine Vorlesungen als Poetik-Dozent in Bamberg vor. 2014 produzierte er mit dem ZDF die Dokumentation „Fordlandia – unterwegs wohin?“, ein Film über eine von Henry Ford errichtete Arbeitersiedlung im brasilianischen Amazonas-Gebiet. Sein jüngster Roman „Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt“ (2018) erforscht die Fatalität des amourösen Schicksals. Für sein umfangsreiches Prosawerk erhielt Peter Stamm zahlreiche wichtige Preise und eine Nomination für die Shortlist des renommierten Man Booker International Prize (2013). Im Jahre 2018 gewann er zudem den prestigeträchtigen Solothurner Literaturpreis. 

 
Leseempfehlungen zu Peter Stamm

Die sanfte Gleichgültigkeit der Welt

Roman

Das eigene Leben nochmals erleben. Soll man sich das wünschen? Christoph verabredet sich in Stockholm mit der viel jüngeren Lena. Er erzählt ihr, dass er vor zwanzig Jahren eine Frau geliebt habe, die ihr ähnlich ja, die ihr gleich war. Er meint also das Leben zu kennen, das sie führt und zu wissen, was ihr bevorsteht.

 

So beginnt ein beispiellos wahrhaftiges, verspiegeltes Spiel der Vergangenheit und der Gegenwart, dem beide nicht unbeschadet entkommen. Die Geschichte verändert Christophs Leben nachhaltig und stellt alles auf den Kopf, was bisher in Lenas Leben galt. Peter Stamm exploriert einmal mehr die Frage, ob man dem Schicksal entgehen oder sich abfinden muss mit der sanften Gleichgültigkeit der Welt.