23. Oktober 2017

Martin Mosebach

Geboren 1951 in Frankfurt am Main als Sohn einer katholischen Mutter und eines evangelischen Mediziners. Erzähler, Romancier und Essayist. Zu seiner Heimatstadt verbindet ihn eine Hassliebe, die sich literarisch als geistreiche, bitterböse und höchst amüsante Satire der „ersten Kreise“ dieser Stadt äussert, z.B. im Roman „Was davor geschah“ (2010). Martin Mosebach erhielt neben vielen wichtigen Preisen den renommierten Georg-Büchner-Preis (2007). Die FAZ bezeichnete ihn „als glanzvollen Preisträger, als Grandseigneur in der Apfelweinkneipe, als orthodoxen Katholiken und unorthodoxen Kenner der Künste, als konservativen Anarchisten und hemmungslosen Bewahrer von Stil und Form“.

 
Leseempfehlungen zu Martin Mosebach

Mediale Berichterstattung zu Martin Mosebach

Mogador

Roman

Nicht immer wird ein Sprung aus dem Fenster zum Sprung in eine andere Welt. Aber als der junge, auf der Karriereleiter seiner Bank schon ziemlich hoch hinaufgelangte Patrick Elff nach einem Gespräch im Polizeipräsidium aus dem Fenster springt, ist das der Beginn einer gefährlichen Reise. Er hat betrogen, die Entdeckung steht bevor. Nun sucht er Hilfe bei einem mächtigen marokkanischen Finanzmann, der ihm noch einen Gefallen schuldet, und flieht nach Mogador.
Doch auch in der Stadt an der marokkanischen Atlantikküste erweist sich das Untertauchen als schwierig. Um der Aufmerksamkeit der Polizei zu entgehen, mietet er sich nicht in einem Hotel, sondern im Haus der Patronin Khadija ein, einem Universum im kleinen, einer verborgenen Welt mit eigenen, weit jenseits des Normalen liegenden Gesetzen: Khadija ist Hure und Kupplerin, Geldverleiherin, Zauberin und Prophetin. Patrick, der sich selbst als einen erlebt, der mehr oder weniger unfreiwillig in seine Tat hineingeschliddert ist, stößt hier auf eine Frau, die mit ihrem Willen einen Kult bis zur Selbstvergötzung treibt. Zum zweiten Mal in kürzester Zeit übertritt er die eben noch unverrückbar scheinenden Grenzen seines Lebens, sieht die Geisterwelt, lernt Schrecken kennen, die irdische Strafen übersteigen.

Martin Mosebach: Mogador. Rowohlt 2016