Geboren 1957 in Wuppertal. Er studierte Psychologie, Neurophysiologie und Hirnforschung an der Ruhr-Universität Bochum, an der TU Braunschweig und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. 1989 Promotion. 1995 Habilitation über das Thema „anatomische und funktionelle Hirnasymmetrien“. Seit 2002 ist er Ordinarius für Neuropsychologie an der Universität Zürich.

Lutz Jäncke hat über 400 Originalarbeiten in wissenschaftlichen Zeitschriften verfasst. Er ist Autor und Herausgeber mehrerer Bücher und Buchkapitel. Seine Arbeiten sind im „Essential Science Indicator“ gelistet. Derzeit gehört er damit zu den 1% der am häufigsten zitierten Wissenschaftler. Lutz Jäncke arbeitet im Bereich der funktionellen Neuroanatomie und hier insbesondere im Bereich der kortikalen Plastizität im Zusammenhang mit dem Lernen. 

Ein besonderer Schwerpunkt gilt der Erforschung der neuronalen Grundlagen der Musikverarbeitung. 2007 erhielt er den „Credit Swiss Teaching Award for Best Teaching“ an der Universität Zürich. 2006 und 2008 erhielt er jeweils die „Goldene Eule der Studentenschaft der ETH Zürich“ für hervorragendes Lehren.


Leseempfehlungen Lutz Jäncke

Büchertisch

Buchhandlung am Hottingerplatz

Lutz Jäncke über Sinnesreize und deren Zusammenspiel mit der Erinnerung.

Lutz Jäncke über den Rhythmus und seine Bedeutung für die Literatur. 

 
 

Das Gehirn und der

literarische Einfall:

Gespräch mit Lutz Jäncke

Zum Start der Reihe „Grosse Bücher - Grosse Autoren“ diskutiert der renommierte Neuropsychologe Lutz Jäncke mit der Literaturkritikerin und Autorin Pia Reinacher über „Das Gehirn und der literarische Einfall“. Der Forscher mit internationaler Ausstrahlung und Ordinarius der Universität Zürich ist nicht nur berühmt für seine verblüffenden Fragestellungen und überraschenden Antworten. Er gilt auch als brillanter Rhetoriker und scharfsinniger Gesprächspartner, der seine Zuhörer in Bann zu ziehen vermag. Kaum einem gelingt es wie ihm, komplexe neuropsychologische Zusammenhänge auch für Nichtspezialisten zu erläutern. Seine Bücher „Macht Musik schlau?“ und „Ist das Gehirn vernünftig“ sind längst Kult geworden. 

Wir diskutieren mit ihm eine Frage, die in der Literaturwissenschaft immer wieder aufgeworfen, aber nie definitiv geklärt wurde: Wie funktioniert die Imagination der Autoren? Wie kommen die Schriftsteller zu ihren Einfällen? Warum schreibt der eine todlangweilig, der andere verfügt über eine wuchernde Phantasie? Hat das etwas mit dem Gehirn zu tun, - und wenn ja, was? Was bedeutet überhaupt „literarische Begabung“ aus der Perspektive des Neurologen? Hat die Fähigkeit, brillant zu schreiben, etwas mit der Plastizität des Gehirns zu tun? 


Der Schweizer Schauspieler Hanspeter Müller-Drossaart liest dazu Textbeispiele aus folgenden Romanen:

  • Marcel Proust: Auf der Suche nach der verlorenen Zeit
  • Gabriel Garcia Márquez: Leben, um davon zu erzählen
  • Gottfried Keller: Züs Bünzlin-Passage aus "Die drei gerechten Kammmacher"